Geburt in Wien: Kliniken, Hebammen & Anmeldung im Vergleich
Schwanger in Wien? Die Auswahl der Geburtsklinik und die rechtzeitige Suche nach einer Hebamme für das Wochenbett gehören zu den wichtigsten ersten Schritten. Wir erklären das zentrale System „Geburtsinfo Wien“, Fristen fürs AKH und die Abrechnung von Hebammen.

Das Wichtigste in Kürze
- -Die Anmeldung zur Geburt läuft in Wien zentral über geburtsinfo.wien oder über die Nummer 1450, nicht mehr über jede Klinik einzeln.
- -Bei der Registrierung nennt man bis zu drei Wunschkliniken; ab der 22. Schwangerschaftswoche erfährt man, welche einen Platz reserviert hat.
- -Nach der Reservierung folgt ein persönlicher Termin in der Klinik, mit Reservierungsschreiben, e-card, Lichtbildausweis, Eltern-Kind-Pass und aktuellen Befunden.
- -Kassenhebammen sind knapp und früh ausgebucht; die Wochenbettbetreuung zu Hause übernimmt die Krankenkasse in festgelegtem Umfang.
Auf einen Blick: Die 3 wichtigsten Schritte in Wien
Geburtsinfo Wien
Zentrale Online-Anmeldung für alle öffentlichen Spitäler. Ab der 22. SSW erhaltet ihr die fixe Klinikzusage.
Früh buchen beim AKH
Für Risikoschwangerschaften im AKH Wien muss die Direktmeldung idealerweise schon bis zur 10. SSW erfolgen.
Hebamme sichern
Kassenhebammen werden zu 100 % übernommen (früh buchen!). Wahlhebammen erfordern einen Eigenanteil.
Krankenhaus-Anmeldung über "Geburtsinfo Wien"
In Wien gibt es ein zentrales Registrierungssystem für alle öffentlichen Geburtskliniken der Stadt (Wiener Gesundheitsverbund) sowie gemeinnützige Häuser:
- Online-Registrierung: Ihr meldet euch auf der Plattform „Geburtsinfo Wien“ (oder telefonisch unter 1450) an und gebt eure 3 Wunschkliniken an.
- Fixe Zuweisung: Ab der 22. Schwangerschaftswoche (SSW) wird euch der geburtsklinische Platz in einem eurer Wunschhäuser verbindlich bestätigt.
Sonderfall AKH Wien (Risiko-Geburten)
Das Allgemeine Krankenhaus (AKH Wien) ist als Universitätsklinik auf Risikoschwangerschaften und Frühgeburten spezialisiert. Wenn bei euch ein erhöhtes Risiko vorliegt oder ihr zwingend im AKH entbinden möchtet, müsst ihr euch bereits bis zur 10. SSW direkt an der Frauenklinik des AKH anmelden.
Übersicht der Geburtskliniken in Wien
Wien bietet eine breite Spitalslandschaft von großen Universitätszentren bis hin zu familiären Sanatorien:
| Geburtsklinik / Spital | Versorgungsstufe & Schwerpunkt | Besonderheit |
|---|---|---|
| AKH Wien (Universitätsklinik) | Level-1 Perinatalzentrum (Höchste Versorgungsstufe) | Spezialisiert auf Risikoschwangerschaften und extreme Frühgeburten |
| Klinik Donaustadt (ehem. SMZ Ost) | Perinatalzentrum mit Neugeborenen-Intensivstation | Sehr hohe Geburtenzahl, Familienzimmer nach Verfügbarkeit |
| Klinik Ottakring (ehem. Wilhelminenspital) | Große Geburtenabteilung mit Neonatologie | Hebammengeleitete Geburten und ambulante Begleitung |
| St. Josef Krankenhaus Wien | Zertifiziertes Baby-friendly Hospital | Fokus auf natürliche Geburt und Rooming-in |
Hebammen-Suche: Kasse oder Wahlhebamme?
Die Hebamme begleitet euch in der Schwangerschaft, bei der Geburt und in den ersten Wochen im Wochenbett zu Hause:
| Hebammen-Modell | Kostenübernahme ÖGK | Leistungsumfang |
|---|---|---|
| Kassenhebamme | 100 % Direktverrechnung über E-Card | Mutter-Kind-Pass-Beratung (18.-22. SSW) und Hausbesuche im Wochenbett |
| Wahlhebamme | Privathonorar, Teilrückerstattung (80 % des Kassentarifs) | Persönliche 1:1 Betreuung während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett |
| Ambulante Hebamme | Volle Kassenleistung bei Entlassung innerhalb 24h | Tägliche Hausbesuche bis zum 10. Lebenstag des Kindes |
Die zentrale Anmeldung Schritt für Schritt
Seit 2019 gibt es in Wien eine zentrale Geburtsanmeldung, und sie ist der einzige Weg, einen Platz für die Geburt zu reservieren. Registriert wird online auf geburtsinfo.wien oder telefonisch über die Gesundheitsnummer 1450. Das Formular gibt es in sechs Sprachen, auf Deutsch, Arabisch, Englisch, Farsi, Russisch und Türkisch, und es ist barrierefrei aufgebaut.
Bei der Registrierung gibt man seine Daten ein und nennt bis zu drei Wunschkliniken in der Reihenfolge der Präferenz. Danach kommt eine Bestätigung mit einer persönlichen Registrierungsnummer. Diese Nummer sollte man aufbewahren: Sie ist die Referenz für alle weiteren Schritte.
Ab der 22. Schwangerschaftswoche erfährt man, welche Klinik einen Platz reserviert hat. Ist in keiner der drei Wunschkliniken Platz, reserviert Geburtsinfo Wien einen Platz in einer anderen Klinik in der Nähe des Wohnorts. Niemand bleibt ohne Platz, aber nicht jede bekommt die erste Wahl, und das ist der Grund, früh zu registrieren.
Nach der Reservierung vereinbart man so bald wie möglich einen Termin für die persönliche Anmeldung in der reservierten Klinik. Mitzubringen sind das Reservierungsschreiben, die e-card, ein amtlicher Lichtbildausweis, der Eltern-Kind-Pass und die aktuellen Befunde. Erst mit diesem Termin ist die Anmeldung abgeschlossen.
Wie man eine Klinik auswählt
Die Wiener Spitalslandschaft reicht von großen Universitätszentren bis zu kleineren Häusern und privaten Sanatorien. Für die Wahl zählen vor allem drei Dinge: die Erreichbarkeit, das medizinische Niveau für den eigenen Fall und die Art der Betreuung.
Bei einer Risikoschwangerschaft, einer Mehrlingsschwangerschaft oder einer zu erwartenden Frühgeburt ist eine Klinik mit angeschlossener Neonatologie der entscheidende Punkt: Dort bleibt Mutter und Kind ein Transport nach der Geburt erspart. Das ist kein Komfortargument, sondern einer der wenigen Faktoren, die medizinisch wirklich zählen.
Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft verschiebt sich die Frage auf die Betreuung: Wie viele Geburten begleitet das Haus pro Jahr, wie ist die Hebammenbesetzung, gibt es Familienzimmer, wie hoch ist die Kaiserschnittrate. Manches davon steht auf den Seiten der Häuser, anderes erfährt man bei einem Infoabend, und Infoabende sind der beste Weg, eine Klinik zu beurteilen.
Die Erreichbarkeit wird unterschätzt. Eine Klinik, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln in fünfzehn Minuten erreichbar ist, ist in der Nacht mit einsetzenden Wehen mehr wert als ein Haus mit besserem Ruf am anderen Ende der Stadt. Fahren Sie die Strecke einmal ab, bevor Sie sich entscheiden.
Hebamme suchen: Kasse oder Wahlhebamme
Eine Hebamme begleitet in der Schwangerschaft, bei der Geburt und vor allem im Wochenbett zu Hause, und der letzte Teil ist der, den Eltern im Nachhinein am wichtigsten finden: Stillberatung, Wundkontrolle, Gewichtskontrolle beim Kind, und jemand, der sagt, was normal ist.
Die Krankenkasse übernimmt die Wochenbettbetreuung durch eine Hebamme in festgelegtem Umfang. Kassenhebammen sind in Wien knapp, und die Plätze sind früh vergeben: Wer im vierten Schwangerschaftsmonat sucht, hat gute Chancen, wer im achten sucht, selten. Bei einer Wahlhebamme zahlt man zunächst selbst und bekommt einen Teil rückerstattet.
Suchen lässt sich über die Hebammensuche des Österreichischen Hebammengremiums, nach Bezirk und nach Leistung. Fragen Sie beim ersten Kontakt nach dem Zeitraum des errechneten Termins, nicht nach freien Terminen allgemein: Hebammen planen nach Geburtsmonat, weil sie in einem Zeitfenster nur eine begrenzte Zahl von Familien betreuen können.
Unabhängig davon steht allen Schwangeren in Österreich eine kostenlose Hebammenberatung im Rahmen des Eltern-Kind-Passes zu, zwischen der 18. und 22. Schwangerschaftswoche; ab 1. Oktober 2026 kommt eine zweite dazu. Diese Beratung ersetzt die Wochenbettbetreuung nicht, ist aber der einfachste Weg, eine Hebamme kennenzulernen.
Häufige Fragen (FAQ)
Wann soll man sich in Wien zur Geburt anmelden?
Früh, oft schon im ersten Schwangerschaftsdrittel. Die Geburtskliniken sind unterschiedlich stark ausgelastet, und eine Anmeldung sichert den Platz und den Termin für das Erstgespräch. Eine Anmeldung verpflichtet Sie nicht, dort zu bleiben.
Wie finde ich eine Hebamme?
Über die Verzeichnisse der Berufsverbände und über Empfehlungen. Unterschieden wird zwischen Hebammen mit Kassenvertrag und Wahlhebammen, bei denen Sie zunächst selbst zahlen und einen Teil erstattet bekommen. Gefragt sind Hebammen früh ausgebucht, die Suche beginnt deshalb besser zu früh als zu spät.
Was leistet eine Hebamme vor und nach der Geburt?
Beratung in der Schwangerschaft, Geburtsvorbereitung, Begleitung der Geburt je nach Modell, und die Betreuung im Wochenbett zu Hause: Stillen, Wundheilung, Gewichtskontrolle beim Kind. Gerade die Wochenbettbetreuung ist der Teil, der im Alltag am meisten trägt.
Kann man das Krankenhaus noch wechseln?
Ja. Eine Anmeldung ist keine Bindung, und Sie können sich auch an mehreren Häusern anmelden. Sinnvoll ist, die Geburtsstation vorher anzusehen, weil Abläufe und Haltung der Häuser sich unterscheiden.
Was kostet die Geburt in Wien?
In einem Haus mit Kassenvertrag ist die Geburt durch die Versicherung gedeckt. Kosten entstehen bei Sonderklasse, Wahlärztin oder Wahlhebamme und bei Zusatzleistungen. Lassen Sie sich die Positionen vorher schriftlich nennen, dann gibt es später keine Überraschung.
Wie melde ich mich in Wien zur Geburt an?
Zentral über geburtsinfo.wien oder telefonisch über 1450. Das ist der einzige Weg, einen Platz zu reservieren; eine Anmeldung direkt bei der Klinik gibt es nicht mehr. Dabei nennt man bis zu drei Wunschkliniken.
Wann weiß ich, in welcher Klinik ich entbinden kann?
Ab der 22. Schwangerschaftswoche. Ist in keiner der drei Wunschkliniken Platz, reserviert Geburtsinfo Wien einen Platz in einer anderen Klinik in Wohnortnähe.
Was muss ich zur persönlichen Anmeldung mitbringen?
Das Reservierungsschreiben, die e-card, einen amtlichen Lichtbildausweis, den Eltern-Kind-Pass und die aktuellen Befunde. Erst mit diesem Termin ist die Anmeldung abgeschlossen.
Wann soll ich eine Wochenbett-Hebamme suchen?
Etwa im vierten Schwangerschaftsmonat. Kassenhebammen sind in Wien knapp, und die Plätze werden nach Geburtsmonat vergeben; fragen Sie deshalb nach dem Zeitraum Ihres errechneten Termins.
Weiterführende Informationen
- Anmeldung zur Geburt (Geburtsinfo Wien)
- Städtische und private Geburtskliniken in Wien (Stadt Wien)
- Wiener Gesundheitsverbund (Wiener Gesundheitsverbund)
- Hebammensuche (Österreichisches Hebammengremium)
- Leistungen der Krankenversicherung (Österreichische Gesundheitskasse)
