Erstausstattung und Folgebekleidung für 0 bis 3 Jahre

Wenige, passende Teile reichen. Die Babyhaut ist dünner als die von Erwachsenen, der Schrank muss trotzdem nicht voll sein.

Babykleidung für die ersten Monate
Babykleidung für die ersten MonateFoto: Sean MacEntee. Lizenz: CC BY 2.0. Quelle

Was die Haut wirklich braucht

Die Hornschicht ist bei Säuglingen dünner, die Temperaturregelung noch unreif. Körpernahe Stoffe sollen weich sein, nicht kratzen und keine Produktionsreste auf die Haut bringen. GOTS, IVN Best oder OEKO-TEX Standard 100 Klasse 1 sind die sinnvollen Siegel. Jedes neue, hautnahe Teil vor dem ersten Tragen waschen.

Schnitt nach Alter

Neugeborene ziehen sich über den Kopf oft. Wickelbodys und seitlich knöpfbare Jäckchen sind einfacher. Strampler sollen im Schritt aufgehen. Der Bund bleibt weich, der Bauch nach dem Essen braucht Platz.

Ab dem Krabbeln halten Knie und Po den Abrieb aus: Wollwalk oder feste Baumwolle. Ab dem Laufen zählen Schlupfhosen, weite Halsausschnitte und Reißverschlüsse mit Kinnschutz. Kordeln am Hals sind nach DIN EN 14682 verboten. Lose Knöpfe und Pailletten gehören nicht an Babykleidung.

Wieviel wirklich nötig ist

Die Industrie verkauft zu viel. Mit häufigem Waschen reicht eine kleine Erstausstattung in Größe 50/56 oder 62.

Erstausstattung, eine Größe
TeilSommerbabyWinterbaby
Wickelbody langarm4 bis 56 bis 7
Wickelbody kurzarm4 bis 50
Hose mit Softbund4 bis 55 bis 6
Strampler ohne Füßchen34
Wickeljäckchen23
Schlafsack2 (0,5 bis 1 TOG)2 (2,5 bis 3,5 TOG)
Mütze2 leicht2 warm
Outdoor-Anzug1 Fleece1 Wollwalk

Größen und wie schnell sie wechseln

Kleidergrößen für Babys entsprechen der Körperlänge in Zentimetern, nicht dem Alter. Das ist praktisch, weil sich damit messen statt schätzen lässt, und es erklärt, warum zwei gleichaltrige Kinder zwei Größen auseinanderliegen können. Die Faustregel lautet: Solange das Kind im ersten Jahr ist, hält eine Größe etwa zwei bis drei Monate, danach ein halbes Jahr, und ab dem dritten Geburtstag meist ein ganzes.

Wer Kleidung weitergeben oder aufbewahren will, sortiert sie beim Aussortieren nach Größe und nicht nach Jahreszeit. Der Grund ist banal und zeigt sich erst beim zweiten Kind: Welche Jahreszeit zu welcher Größe gehört, hängt vom Geburtsmonat ab, und der ist beim Geschwisterkind ein anderer.

Waschen und pflegen

Hautnahe Teile werden vor dem ersten Tragen gewaschen, auch neue. Danach gilt weniger ist mehr: Ein Vollwaschmittel ohne Duft- und Bleichstoffe reicht, Weichspüler gehört nicht in die Babywäsche, weil er die Saugfähigkeit von Baumwolle senkt und Duftstoffe auf der Haut hinterlässt.

Kaufen, mieten oder gebraucht

Ein Wolle-Seide-Body hält oft nur wenige Wochen in einer Größe. Mieten, Second Hand und mitwachsende Schnitte (doppelte Druckknöpfe, umschlagbare Bündchen) entlasten das Budget. Gebrauchte Teile sind oft die bessere Hautwahl: Die ersten Waschgänge hat schon jemand anderes erledigt.

Häufige Fragen zur Babykleidung

Welche Größe braucht ein Neugeborenes?

Größe 50/56 passt bei durchschnittlicher Geburtsgröße wenige Wochen, Größe 62 deutlich länger. Wer vor der Geburt kauft, nimmt von 50/56 nur das Nötigste und legt den Schwerpunkt auf 62: Ein Kind, das mit 52 Zentimetern geboren wird, wächst im ersten Vierteljahr etwa acht bis zehn Zentimeter.

Wie viele Bodys braucht ein Baby wirklich?

Vier bis fünf je Größe im Sommer, sechs bis sieben im Winter. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern wie oft gewaschen wird: Bei zwei Waschgängen pro Woche reicht diese Ausstattung, und jedes weitere Teil liegt ungetragen im Schrank, bis es zu klein ist.

Schlafsack oder Decke?

Schlafsack. Die Kinderklinik der MedUni Wien empfiehlt Rückenlage zum Schlafen, einen der Körpergröße angepassten Schlafsack ohne zusätzliche Decke und eine Raumtemperatur von 18 bis 20 Grad. Eine Decke kann über den Kopf rutschen, ein passender Schlafsack nicht.

Welchen TOG-Wert soll der Schlafsack haben?

Bei 18 bis 20 Grad Raumtemperatur liegt der übliche Bereich bei 1,0 bis 2,5 TOG, im Sommer darunter. Der Wert beschreibt nur die Wärmedämmung des Sackes, nicht die Kleidung darin: Über einem langärmeligen Body bei 2,5 TOG wird es vielen Babys zu warm. Ein Nacken, der sich warm und trocken anfühlt, ist der verlässlichere Maßstab als jede Tabelle.

Ist gebrauchte Babykleidung hygienisch unbedenklich?

Ja, und sie hat einen Vorteil: Die ersten Waschgänge, die Produktionsreste aus dem Gewebe holen, hat jemand anderes erledigt. Gewaschen wird trotzdem vor dem ersten Tragen. Aussortiert wird, was Kordeln am Hals, lose Knöpfe oder Pailletten hat.

Warum sind Kordeln an Kinderkleidung ein Thema?

Weil sie sich verfangen können. Die Norm EN 14682 regelt Kordeln und Zugbänder an Kleidung für Kinder bis 14 Jahre und verbietet sie im Hals- und Kapuzenbereich der kleinsten Größen. In Österreich ist sie eine harmonisierte Norm zum Produktsicherheitsgesetz und damit mehr als eine Empfehlung.

Weiterführende Informationen

Angaben zu Normen und gesundheitlichen Empfehlungen stammen von den folgenden Stellen, abgerufen am 10. September 2026.