Schwimmkurs für Kinder: ab wann, bei wem und was die Abzeichen bedeuten
Schwimmen lernen ist keine Frage des Kalenders, sondern der Reihenfolge: erst Wassergewöhnung, dann die ersten Meter aus eigener Kraft, dann ein Schwimmstil. Dieser Beitrag erklärt, ab welchem Alter was sinnvoll ist, was die österreichischen Schwimmabzeichen verlangen, wer Kurse anbietet, wo es sie kostenlos oder gefördert gibt und warum auch ein Abzeichen die Aufsicht am Wasser nicht ersetzt.
Das Wichtigste in Kürze
- -Das Zurückschwimmen über zwei bis drei Meter lässt sich laut Österreichischer Wasserrettung schon mit 2 bis 3 Jahren üben. Einen richtigen Schwimmstil lernen die meisten Kinder erst ab etwa 5 Jahren.
- -Der Frühschwimmer verlangt 25 Meter in beliebigem Stil und einen Sprung vom Beckenrand. Er ist das erste Abzeichen, aber kein Beleg dafür, dass ein Kind allein ans Wasser kann.
- -Kurse bieten Wasserrettung, Jugendrotkreuz, Samariterbund, Schwimmvereine und städtische Bäder an. In Niederösterreich sind Anfängerkurse für 5- bis 10-Jährige 2026 kostenlos.
- -Laut KFV können rund 137.000 Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 19 Jahren nicht schwimmen. Schwimmen steht im Lehrplan der Volksschule, findet aber nicht in jeder Klasse statt.
- -Kleinkinder bleiben am Wasser in Griffweite, größere Kinder in Sichtweite, auch mit Abzeichen.
Ab wann ein Kind schwimmen lernen kann
Schwimmen lernen ist kein einzelner Schritt. Am Anfang steht die Wassergewöhnung: Wasser im Gesicht aushalten, den Kopf unter Wasser nehmen, ausatmen, sich treiben lassen. Danach kommt die Wasserbewältigung, also die ersten Meter aus eigener Kraft. Erst am Ende steht ein Schwimmstil mit abgestimmten Arm- und Beinbewegungen. Die Österreichische Wasserrettung beschreibt genau diese Reihenfolge und betont, dass jedes Kind dafür seine eigene Zeit braucht und Zwang nichts bringt.
Für den Anfang nennt die Wasserrettung ein klares Ziel: Ein Kind, das nach einem Sturz ins Wasser zwei bis drei Meter selbstständig zurückschwimmen kann, ohne in Panik zu geraten, ist vor vielen schweren Ertrinkungsunfällen geschützt. Das lässt sich laut Wasserrettung bereits im Alter von 2 bis 3 Jahren üben. Wie das Kind die Strecke zurücklegt, ist dabei zweitrangig: mit Armtempi, kraulähnlich oder tauchend.
Einen richtigen Schwimmstil zu erlernen ist nach Angabe der Wasserrettung erst ab etwa 5 Jahren möglich, weil vorher die motorischen Fähigkeiten für die Arm-Bein-Koordination meist nicht ausreichen. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) zeichnet ein ähnliches Bild: Im Durchschnitt lernen Kinder mit rund 5 Jahren schwimmen. Mit 4 Jahren können sich viele zwar über Wasser halten, die Motorik für richtiges Schwimmen entwickelt sich aber erst im 5. bis 6. Lebensjahr. Eltern überschätzen das Können ihrer kleinen Kinder deshalb leicht.
Für die Planung heißt das: In den ersten Lebensjahren geht es um Vertrauen zum Wasser, gern gemeinsam mit Ihnen im Becken. Den eigentlichen Anfängerkurs buchen Sie, wenn Ihr Kind etwa 5 Jahre alt ist und sich in einer Gruppe von Ihnen trennen kann. Genau dort beginnen auch die meisten öffentlichen Kurse: die der Stadt Wien mit 5 oder 6 Jahren, die Landesaktion in Niederösterreich mit 5 Jahren, die Sommerkurse in Linz schon mit 4 Jahren.
Ob Ihr Kind gesund genug für einen Kurs ist, klären Sie im Zweifel vorher in der kinderärztlichen Praxis. Die Stadt Wien empfiehlt das für ihre Kinderkurse ausdrücklich. Bestehende chronische Erkrankungen sagen Sie der Lehrkraft vor der ersten Stunde.
Üben Sie Untertauchen und das Heraufholen von Gegenständen anfangs ohne Schwimmbrille. Die Wasserrettung rät dazu, weil sich das Kind nur so an Wasser in Augen und Nase gewöhnt und die nötige Sicherheit bekommt.
Vom Babyschwimmen bis zum Anfängerkurs
Babyschwimmen und Kleinkinderschwimmen ist Wassergewöhnung gemeinsam mit einem Elternteil, kein Schwimmunterricht. Angeboten wird es vor allem von Vereinen und privaten Schwimmschulen. In Wien führt die Stadt diese Anbieter auf ihrer Bäderseite; die Kurse starten dort meist im Herbst oder Winter und dauern bis April oder Juni, angemeldet wird ausschließlich beim Veranstalter. Das Mindestalter legt der jeweilige Anbieter fest. Fragen Sie nach Wassertemperatur, Gruppengröße und Ausbildung der Kursleitung.
Eltern-Kind-Wassergewöhnung ist der nächste Schritt. Die Stadt Wien bietet solche Kurse in den Sommerferien für nicht schwimmerprobte Kinder zwischen 3 und 6 Jahren an: fünf Einheiten zu je 50 Minuten im Lehrschwimmbecken, mit einer erwachsenen Begleitperson pro Kind im Wasser. Die Schwimmlehrerinnen und Schwimmlehrer zeigen dabei vor allem den Eltern, wie sie spielerisch weiterüben. Die Stadt schreibt selbst dazu, dass der Kurs nicht garantiert, dass ein Kind danach ans Wasser gewöhnt ist: Das bringt nur regelmäßiges Üben.
Anfängerkurse sind das, was die meisten mit Schwimmkurs meinen. Das Kind ist ohne Eltern in einer kleinen Gruppe und lernt Untertauchen, Gleiten, Springen und die ersten Meter ohne Hilfe. Üblich sind zehn Einheiten: Die Stadt Wien rechnet mit zehn Einheiten zu circa 45 Minuten und sechs Plätzen pro Kurszeit, die niederösterreichische Landesaktion mit zehn Einheiten zu je 45 Minuten und acht Kindern pro Trainerin oder Trainer. Daneben gibt es Intensivkurse in den Ferien, etwa in Linz an fünf Tagen hintereinander zu je 90 Minuten.
Fortgeschrittenenkurse festigen die Technik und bringen eine zweite Schwimmlage dazu. Hier kann ein Abzeichen das Ziel sein. Einzelunterricht bieten unter anderem die Wiener Bäder für Kinder ab 5 Jahren an. Er kann sich lohnen, wenn ein Kind in der Gruppe nicht weiterkommt oder große Angst vor dem Wasser hat.
Für ältere Kinder, die schon gut schwimmen, führt die Österreichische Wasserrettung den Junior-Retter ab dem vollendeten 11. Lebensjahr: 100 Meter ohne Unterbrechung, eine Selbstrettungsübung in Freizeitkleidung, das Retten eines Partners und Grundlagen der Ersten Hilfe. Ab dem vollendeten 13. Lebensjahr ist der Helferschein möglich, die erste Stufe des Rettungsschwimmens.
Die österreichischen Schwimmabzeichen und was sie verlangen
Die Österreichischen Schwimmerabzeichen (ÖSA) haben vier Stufen: Frühschwimmer, Freischwimmer, Fahrtenschwimmer und Allroundschwimmer. Die Bestimmungen dazu hat das Bundeskanzleramt 2005 auf Grundlage des Bundes-Sportförderungsgesetzes erlassen; zu jedem Abzeichen gibt es einen Schwimmerausweis. Das Jugendrotkreuz stellt mit dem Oktopus eine Vorstufe ohne Altersgrenze davor, bei der die Leistung aufgezeichnet und so belohnt wird.
Die Prüfungsbedingungen sind Mindestanforderungen. Ab dem Freischwimmer gilt ein Mindestalter, gemeint ist jeweils das vollendete Lebensjahr. Die Baderegeln werden in einer kurzen mündlichen Prüfung abgefragt, beim Allroundschwimmer ebenso die Selbstrettung: Krampfbekämpfung, kräftesparendes Überwasserhalten, Verhalten bei Eis- und Autounfällen und das internationale Notzeichen.
Wichtig für die Einordnung: Der Frühschwimmer, auf dessen Abzeichen ein Pinguin zu sehen ist, bescheinigt 25 Meter in beliebigem Stil im Becken. Das ist ein großer Moment für ein Kind, aber noch kein Nachweis, dass es nach einem unerwarteten Sturz in einen See ans Ufer kommt. Das KFV weist darauf hin, dass Kinder in der Regel im Becken schwimmen lernen und im offenen Gewässer Wind, kaltes Wasser, Strömung und Wellen dazukommen. Erst der Freischwimmer verlangt Ausdauer: 15 Minuten, in denen sich das Kind laut Durchführungsbestimmungen dauernd durch Schwimmbewegungen fortbewegen muss. Der Fahrtenschwimmer bringt Tauchen und Rückenschwimmen dazu, der Allroundschwimmer zusätzlich eine Zeitvorgabe und das Ziehen einer gleich schweren Person.
Die Baderegeln, wie sie die Wasserrettung veröffentlicht, sind kindgerecht formuliert. Darunter: nur gesund schwimmen gehen, sich vor dem Baden duschen und abkühlen, aus dem Wasser gehen, wenn einem kalt ist, mit Ohrenschmerzen nicht springen oder tauchen, nur dort springen, wo es erlaubt ist, nie in unbekannte Gewässer springen und sich nicht zu etwas überreden lassen, das man nicht gut kann. Es lohnt sich, die Regeln zu Hause gemeinsam durchzugehen, lange bevor sie in einer Prüfung abgefragt werden.
Fragen Sie vor der Anmeldung, ob am Kursende eine Abzeichenprüfung vorgesehen ist. Die Gruppenkurse der Stadt Wien und die niederösterreichische Landesaktion nehmen ausdrücklich kein Abzeichen ab.
| Abzeichen | Mindestalter | Im Wasser | Theorie |
|---|---|---|---|
| Oktopus (Vorstufe, Jugendrotkreuz) | ohne Altersbegrenzung | Leistung wird aufgezeichnet, Vorstufe zum Frühschwimmer | nicht festgelegt |
| Frühschwimmer | ohne Altersbegrenzung | 25 m Schwimmen in beliebigem Stil, Sprung vom Beckenrand | 5 Baderegeln |
| Freischwimmer | vollendetes 7. Lebensjahr | 15 Minuten Dauerschwimmen in beliebigem Stil, Sprung aus ca. 1 m Höhe | 10 Baderegeln |
| Fahrtenschwimmer | vollendetes 9. Lebensjahr | 15 Minuten Dauerschwimmen, 10 m Streckentauchen, einmal Tieftauchen (ca. 2 m) mit Heraufholen eines ca. 2,5 kg schweren Gegenstands, 50 m Rückenschwimmen ohne Armtätigkeit, Kopfsprung aus ca. 1 m oder beliebiger Sprung aus 3 m | 10 Baderegeln |
| Allroundschwimmer | vollendetes 11. Lebensjahr | 200 m in zwei Lagen (100 m Brust, 100 m Rücken), 100 m in beliebigem Stil in 2:30 Minuten, 10 m Streckentauchen, Tieftauchen (ca. 2 m) mit ca. 2,5 kg schwerem Gegenstand, 25 m Ziehen einer gleich schweren Person | Selbstrettung, 10 Baderegeln |
Wer Kurse anbietet und wer Abzeichen abnehmen darf
Ausbildung, Prüfungen und Evidenzhaltung der Schwimmabzeichen liegen laut den Bestimmungen bei drei Organisationen: der Österreichischen Wasserrettung, dem Österreichischen Jugendrotkreuz (Österreichisches Rotes Kreuz) und dem Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs mit seiner Wasserrettung. Für ihren eigenen Dienstbereich sind auch das Verteidigungs- und das Innenministerium zuständig. Wer ein Abzeichen erwerben will, wendet sich an eine dieser Organisationen.
Österreichische Wasserrettung. Die Wasserrettung ist in Landesverbände und Einsatzstellen gegliedert. Nach eigenen Angaben bringt sie jährlich mehreren tausend Kindern in speziellen Anfängerkursen das Schwimmen bei. Die Nachfrage sei aber sehr viel größer, als die ehrenamtlichen Mitglieder abdecken können, und teilweise fehlen in den öffentlichen Bädern die Wasserflächen für größere Gruppen. Kurstermine finden Sie über die Website des Landesverbands in Ihrem Bundesland; rechnen Sie mit Wartelisten.
Jugendrotkreuz. Das Jugendrotkreuz stellt Schulen Unterlagen für den Schwimmunterricht bereit, darunter ein Lehrbuch zum Anfängerschwimmen und Baderegelposter, und organisiert über seine Landesleitungen die Abzeichen. Wann und wo Ihr Kind ein Abzeichen ablegen kann, erfahren Sie in der Jugendrotkreuz-Landesleitung Ihres Bundeslandes.
Schwimmvereine. Viele Vereine führen eigene Schwimmschulen für Kinder; in Wien nennt die Stadt mehrere Vereine als Anbieter von Kinderschwimmkursen. Lehrwarte und Trainer mit gültiger Lizenz des Österreichischen Schwimmverbands und mindestens dem Helferschein dürfen Abzeichen abnehmen, wenn sie im Auftrag einer der drei Organisationen tätig sind. Die Vereinssuche der Sportdachverbände ist in unserer Übersicht verlinkt.
Städtische Bäder und Gemeinden. Viele Städte bieten eigene Kurse an. In Wien unterrichten in den Kursen der Stadt geprüfte Sportbadewartinnen und Sportbadewarte, in Linz laufen die Sommerkurse der LINZ AG Bäder gemeinsam mit regionalen Schwimmvereinen im Auftrag der Stadt. Die öffentlichen Kursangebote nach Bundesland stehen unter Kurse und Vereine für Kinder.
Private Schwimmschulen ergänzen das Angebot, besonders bei Baby- und Kleinkinderkursen. Ein österreichisches Schwimmabzeichen können sie nur abnehmen, wenn ihre Lehrkräfte eine aufrechte Prüfberechtigung haben oder im Auftrag einer der drei Organisationen arbeiten. Fragen Sie im Zweifel nach, wer die Prüfung abnimmt und wer den Ausweis ausstellt.
Schwimmen in der Volksschule: was der Lehrplan vorsieht
Im Lehrplan der Volksschule gehört Schwimmen zu Bewegung und Sport, und zwar in der 3. und 4. Schulstufe. In der 3. Klasse sollen Kinder sich im Wasser auf vielfältige Weise sicher bewegen, Auftrieb und Widerstand des Wassers bewältigen, gleiten, unter Wasser ausatmen, untertauchen und die Baderegeln verstehen und einhalten. In der 4. Klasse sollen sie eine kurze Distanz in einer Schwimmlage in der Grobform schwimmen, eine kurze Strecke tauchen und ins Wasser springen. Eine Meterangabe nennt der Lehrplan nicht.
Der Lehrplan erlaubt ausdrücklich, Schwimmen aus organisatorischen, etwa räumlichen Gründen in eine andere Schulstufe der Volksschule zu verschieben oder die Kompetenzen der 3. und 4. Schulstufe in einer Schulstufe zusammenzuziehen. Er nennt dafür auch andere Organisationsformen wie Blockungen und Kurse. Ob und wann Ihr Kind in der Volksschule schwimmen geht, hängt damit stark vom nächsten Hallenbad und von der Organisation der Schule ab. Hallenbäder mit dem Eintritt für Kinder stehen in der Übersicht für Regentage.
Dass der Schwimmunterricht nicht überall stattfindet, zeigt die Schwimmstudie 2025 des KFV: 17 Prozent der Eltern gaben an, dass ihr Kind in der Schule keinen Schwimmunterricht erhalten hat. Ihre ersten Schwimmkenntnisse haben die meisten Kinder von den Eltern (64 Prozent) oder in professionellen Kursen (38 Prozent) erworben; der Schulsport folgt mit 17 Prozent an dritter Stelle. Bei den 11- und 12-Jährigen stieg der Anteil der Nichtschwimmenden von 5 Prozent im Jahr 2021 auf 9 Prozent im Jahr 2025. Das KFV führt das auf Schwimmkurse zurück, die während der Pandemie entfallen sind.
Fragen Sie bei der Schuleinschreibung oder spätestens in der 2. Klasse nach, wie die Schule den Schwimmunterricht organisiert. Im Rahmen der Schule dürfen Lehrerinnen und Lehrer aller Schultypen, die mindestens den Helferschein haben, in Zusammenarbeit mit einer der drei Organisationen Früh-, Frei- und Fahrtenschwimmer abnehmen. Manche Klassen schließen den Schwimmunterricht deshalb mit einem Abzeichen ab.
Kostenlose und geförderte Kurse
Private Schwimmkurse sind für viele Familien eine finanzielle Hürde. Das KFV stellt fest, dass bei Menschen mit schlechteren Einkommensverhältnissen der Anteil der Nichtschwimmenden und der unsicheren bis mittelmäßigen Schwimmenden besonders hoch ist, und fordert mehr Schwimmunterricht in der Schule und geförderte Kurse in der Freizeit. Einige Länder und Städte haben eigene Angebote. Die folgenden stehen so auf den amtlichen oder beauftragten Seiten (Stand Oktober 2026).
Niederösterreich: NÖ Schwimm Kids. SPORTLAND Niederösterreich bietet gemeinsam mit dem Landesschwimmverband, der Wasserrettung und dem Jugendrotkreuz kostenlose Anfängerkurse für Kinder ohne Vorkenntnisse zwischen 5 und 10 Jahren mit Hauptwohnsitz in Niederösterreich an. Ein Kurs hat zehn Einheiten zu je 45 Minuten mit acht Kindern pro Trainerin oder Trainer. Kurskosten und Eintritt für das Kind übernimmt das Land zur Gänze, sofern mindestens die Hälfte der Einheiten besucht wird; sonst zahlen die Eltern nachträglich. Für 2026 sind 160 kostenlose Kurse für 1.280 Kinder an mindestens 26 Standorten geplant. Angemeldet wird nur online über die Projektseite, die Plätze gehen nach der Reihenfolge der Anmeldung. Schwimmabzeichen werden laut Land dabei nicht ausgestellt; empfohlen wird, danach bei Schwimmvereinen oder der Wasserrettung weiterzumachen.
Wien: Kurse der Stadt. Die Stadt Wien Bäder führen Gruppenkurse für Kinder von 6 bis 13 Jahren: zehn Einheiten zu circa 45 Minuten um 130 Euro, inklusive Eintritt für das Kind und eine Begleitperson während des Badebetriebs. Im Oktober 2026 sind alle Kurse ausgebucht; die Anmeldung für die nächsten öffnet am 7. Jänner 2027 um 8 Uhr. Günstiger sind die Talente-Schwimmkurse von Sport Wien für 5- bis 12-Jährige: zehn Einheiten um 55 Euro inklusive Eintritt, im Wintersemester 2026 im Amalienbad, im Brigittenauer Bad und im Floridsdorfer Bad. Die Eltern-Kind-Wassergewöhnung für 3- bis 6-Jährige kostet 65 Euro; Anmeldestart für den Sommer 2027 ist der 1. Juni 2027.
Linz: Sommerkurse im Auftrag der Stadt. Die LINZ AG Bäder bieten im Juli und August Kurse für Kinder ohne Schwimmvorkenntnisse von 4 bis 8 Jahren an: fünf Termine zu je 90 Minuten um 186 Euro, mit acht bis zwölf Kindern pro Kurs. Kinder von Besitzerinnen und Besitzern eines Aktivpasses der Stadt Linz erhalten 50 Prozent Ermäßigung. Für den Sommer 2026 ist die Anmeldung abgeschlossen.
Tirol: Schwimmkurse über Schule und Kindergarten. Mit der Schwimminitiative „Jedes Kind soll schwimmen lernen“ fördert das Land Tirol Schwimmkurse, die Schulen und Kindergärten bei Schwimmschulen buchen: 1,50 Euro pro Kind und Einheit für höchstens zehn Einheiten, wenn der Kurs nicht mehr als 10 Euro pro Kind und Einheit kostet und höchstens fünf Tage dauert. Der Eintritt in das nächstgelegene anerkannte Hallenbad ist dabei an bis zu fünf Tagen pro Schuljahr kostenlos. Die Förderung erhält die Bildungseinrichtung, nicht die Familie; fragen Sie in Schule oder Kindergarten nach.
Für die übrigen Bundesländer haben wir keine landesweite, amtlich beschriebene Förderung für Familien gefunden. Fragen Sie bei Ihrer Gemeinde, beim Familienreferat des Landes und beim Landesverband der Wasserrettung nach, und bei geringem Einkommen auch nach Sozialtarifen, wie es sie in Linz mit dem Aktivpass gibt.
Tragen Sie sich den Anmeldestart in den Kalender ein, nicht den Kursbeginn. Die Gruppenkurse der Stadt Wien waren im Oktober 2026 bereits ausgebucht, in Niederösterreich und Linz werden die Plätze nach der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.
Worauf Sie bei der Kurswahl achten
Ein guter Kurs ist nicht unbedingt der teuerste. Entscheidend sind Gruppengröße, Ausbildung der Lehrkraft, das Becken, die Hilfsmittel und ein klares Ziel. Für das Üben in der Familie hält die Wasserrettung Gruppen von zwei bis vier Kindern für optimal, weil Kinder am besten voneinander lernen, und rät auch dann zu mindestens zwei Aufsichtspersonen. Kurse arbeiten mit größeren Gruppen: In Wien sind es sechs Plätze pro Kurszeit, in Niederösterreich acht Kinder pro Lehrkraft, in Linz bis zu zwölf Kinder.
Lehrkraft. Fragen Sie, welche Ausbildung die Kursleitung hat: Schwimmlehrerschein einer Wasserrettungsorganisation, Lizenz des Schwimmverbands oder Prüfung als Sportbadewart. Wer den Helferschein hat, wurde unter anderem in Rettungs- und Befreiungsgriffen, in Erster Hilfe bei Wasserunfällen und in der Wiederbelebung geprüft.
Becken. Wassergewöhnung findet meist im Lehrschwimmbecken statt, in dem Kinder stehen können, so etwa beim Wiener Eltern-Kind-Kurs. Ein Anfängerkurs sollte bis zu Übungen im tiefen Wasser führen; in Linz gehören 5 bis 10 Meter Schwimmen im tiefen Wasser zu den Kursinhalten, ebenso das Drehen auf den Rücken und das Hineinspringen.
Hilfsmittel. Die Wasserrettung empfiehlt zum Lernen Schwimmbrett, Poolnudel oder Schwimmgurt, deren Auftrieb sich stückweise verringern lässt, damit das Kind möglichst waagrecht im Wasser liegt. Schwimmflügel und Schwimmreifen hält sie dafür nicht für geeignet. Mehr zu Normen und Unterschieden steht im Ratgeber Schwimmhilfen für Kinder.
Ziel und Abschluss. Klären Sie, was am Ende stehen soll: Wassergewöhnung, die ersten Meter oder ein Abzeichen. Seien Sie vorsichtig bei Erfolgsversprechen. Die Linzer Kurse schreiben ausdrücklich, dass es keine Schwimmgarantie gibt, weil der Erfolg von der Mitarbeit und den motorischen Fähigkeiten des Kindes abhängt.
Eltern am Beckenrand. Die Stadt Wien rät, während der Kursstunde als Elternteil auf Abstand zu bleiben, weil sich gerade jüngere Kinder ohne Eltern leichter in die Gruppe einfügen. Kinder unter 8 Jahren müssen dort von einer erwachsenen Person an die Lehrkraft übergeben und wieder abgeholt werden. Die Aufsichtspflicht der Lehrkraft gilt nur für die Kurszeit; davor und danach liegt sie bei Ihnen.
- [x]Stufe passt zum Kind: Wassergewöhnung, Anfängerkurs oder Fortgeschrittene
- [x]Ausbildung der Kursleitung erfragt
- [x]Gruppengröße und Becken bekannt, Übungen auch im tiefen Wasser
- [x]Hilfsmittel zum Lernen: Brett, Nudel oder Gurt statt Flügel und Reifen
- [x]Geklärt, ob am Ende eine Abzeichenprüfung steht und wer sie abnimmt
- [x]Kursgebühr und Eintritt geklärt, Anmeldestart im Kalender
- [x]Gesundheitliche Fragen vorher mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt besprochen
Vor der ersten Stunde: Vorbereitung und Badetasche
Kinder, die das Wasser schon kennen, starten entspannter in den Kurs. Die Wasserrettung schlägt einfache Spiele vor: Fangen im seichten Wasser, Gegenstände vom Beckengrund holen, durch die Beine tauchen. Die Wassertiefe wird dabei nach und nach gesteigert, bis auch der Kopf eintauchen muss. Ausatmen statt Luftanhalten, wenn der Kopf unter Wasser ist, lässt sich am Beckenrand mit Zählreimen üben.
Für den Kurstag selbst gilt: pünktlich und schon in Badekleidung am Treffpunkt sein, so verlangen es etwa die Kurse der Stadt Wien. Gut sichtbare, bunte Badekleidung empfiehlt das KFV ohnehin für jeden Badetag, weil Kinder im Notfall unter Wasser schneller gefunden werden. Nach der Stunde sind viele Kinder müde und hungrig; eine Jause und warme Kleidung für den Heimweg helfen.
- [x]Badekleidung in einer gut sichtbaren Farbe, schon angezogen oder griffbereit
- [x]Handtuch, Badeschlapfen und Duschzeug
- [x]Warme Kleidung und Haube für den Heimweg in der kalten Jahreszeit
- [x]Trinkflasche und eine kleine Jause für nach dem Kurs
- [x]Kursbestätigung oder Ticket, bei Abzeichenprüfungen ein Lichtbildausweis
- [x]Schwimmbrille nur, wenn die Lehrkraft sie vorsieht
Nach dem Kurs: Sicherheit am Wasser
Ein Kurs ist ein Anfang, keine Versicherung. Das KFV betont, dass einmaliges Erlernen nicht reicht und Schwimmen regelmäßig geübt und aufgefrischt werden muss. Laut Todesursachenstatistik ertrinken in Österreich im Schnitt rund 42 Menschen pro Jahr (2015 bis 2024), rund neun Prozent der Opfer sind Kinder. Bei Kindern unter 5 Jahren ist Ertrinken laut Wasserrettung nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste Todesursache.
Aufsicht. Das KFV empfiehlt: Kleinkinder in der Nähe von Gewässern stets in unmittelbarer Griffweite beaufsichtigen, größere Kinder in Sichtweite. Sind mehrere Erwachsene da, vereinbaren Sie eine konkrete Aufsichtsperson. Die Wasserrettung weist darauf hin, dass bei den meisten schweren Ertrinkungsunfällen mit Kindern die Aufsichtspersonen weniger als 10 Meter entfernt sind. Ertrinken ist lautlos: Wer untergeht, kann weder rufen noch gezielt winken.
Becken ist nicht See. Gehen Sie eine Badestelle zuerst selbst ab und zeigen Sie dem Kind eine Grenze. Welche Badestellen in Österreich amtlich gemessen werden und wie ihre Wasserqualität ist, steht unter Badegewässer-Qualität, Frei- und Strandbäder unter Freibäder und Strandbäder mit Kindern, Strände im Ausland unter Strände für Familien.
Zu Hause. Für Kleinkinder können laut Wasserrettung schon 10 bis 20 Zentimeter Wasser gefährlich werden, weil sie den Kopf nach einem Sturz nicht selbst heben können. Planschbecken und Badewannen leeren Sie nach Gebrauch, Pools, Biotope und Schwimmteiche sichern Sie mit einem Zaun. Ist ein Kind verschwunden, suchen Sie zuerst im und am Wasser.
Im Notfall. Rufen Sie laut um Hilfe und wählen Sie den Notruf 144. Gehen Sie nicht selbst ins Wasser, wenn Sie nicht in Wasserrettung geschult sind; werfen Sie einer ansprechbaren Person einen Rettungsring, eine Boje oder eine Schwimmhilfe zu. Reagiert die geborgene Person nicht und atmet nicht, beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung. Ein Erste-Hilfe-Kurs mit Kindernotfällen ist für Eltern, die viel am Wasser sind, eine gute Ergänzung zum Schwimmkurs des Kindes.
Ein Schwimmabzeichen ersetzt keine Aufsicht. Schwimmflügel und Schwimmreifen schützen laut Wasserrettung nicht vor dem Ertrinken, weil sie beim Sprung ins Wasser oder beim Toben leicht abrutschen.
Häufige Fragen (FAQ)
Ab welchem Alter ist ein Schwimmkurs sinnvoll?
Wassergewöhnung geht früh: Die Wasserrettung rät, schon mit 2 bis 3 Jahren das Zurückschwimmen über zwei bis drei Meter zu üben. Einen Schwimmstil lernen die meisten Kinder ab etwa 5 Jahren, weil vorher die Koordination von Armen und Beinen meist nicht ausreicht. Die öffentlichen Anfängerkurse in Wien und Niederösterreich beginnen mit 5 oder 6 Jahren.
Kann mein Kind mit dem Frühschwimmer sicher schwimmen?
Nicht in dem Sinn, dass es allein ans Wasser darf. Der Frühschwimmer verlangt 25 Meter in beliebigem Stil und einen Sprung vom Beckenrand, geprüft im Becken. Ausdauer prüft erst der Freischwimmer mit 15 Minuten Dauerschwimmen. Auch danach bleiben Kinder am Wasser in Sichtweite, kleine Kinder in Griffweite.
Was kostet ein Schwimmkurs für Kinder?
Das hängt stark vom Anbieter ab. Beispiele mit Stand Oktober 2026: Die Gruppenkurse der Stadt Wien kosten 130 Euro für zehn Einheiten, die Talente-Kurse von Sport Wien 55 Euro, die Linzer Sommerkurse 186 Euro für fünf Termine zu 90 Minuten. Die Anfängerkurse von NÖ Schwimm Kids sind kostenlos. Fragen Sie immer, ob der Eintritt inbegriffen ist.
Gibt es kostenlose Schwimmkurse?
Landesweit kostenlos sind 2026 die Anfängerkurse von NÖ Schwimm Kids für 5- bis 10-Jährige ohne Vorkenntnisse mit Hauptwohnsitz in Niederösterreich. In Tirol fördert das Land Schwimmkurse, die Schulen und Kindergärten buchen, und den Eintritt ins Hallenbad an bis zu fünf Tagen. Anderswo lohnt die Frage bei Gemeinde, Familienreferat und Wasserrettung.
Lernt mein Kind in der Volksschule schwimmen?
Der Lehrplan sieht Schwimmen in der 3. und 4. Schulstufe vor, erlaubt aber, es aus organisatorischen Gründen zu verschieben oder zusammenzuziehen. Laut KFV-Schwimmstudie 2025 gaben 17 Prozent der Eltern an, dass ihr Kind keinen Schwimmunterricht in der Schule hatte. Fragen Sie in der Schule nach, wie es dort geregelt ist.
Wo kann mein Kind ein Schwimmabzeichen machen?
Bei der Österreichischen Wasserrettung, beim Jugendrotkreuz oder beim Arbeiter-Samariter-Bund, oder bei Lehrkräften und Vereinstrainern, die in deren Auftrag prüfen. In der Schule dürfen Lehrerinnen und Lehrer mit mindestens dem Helferschein Früh-, Frei- und Fahrtenschwimmer abnehmen. Nicht jeder Kurs endet mit einer Prüfung, fragen Sie vorher nach.
Braucht mein Kind ein ärztliches Attest?
Für die Prüfung zu einem österreichischen Schwimmabzeichen verlangen die Bestimmungen die Zustimmung der Eltern und eine ärztliche Bestätigung. Sie kann durch eine schriftliche Erklärung der Eltern ersetzt werden, dass das Kind an Herz, Lunge und Ohren gesund ist und an keiner Anfallskrankheit leidet. Für Kurse regelt das der Anbieter; die Stadt Wien empfiehlt eine ärztliche Abklärung.
Sollen Kinder im Kurs Schwimmflügel tragen?
Zum Lernen eher nicht. Die Wasserrettung empfiehlt Schwimmbrett, Poolnudel oder Schwimmgurt, weil das Kind damit waagrecht liegt und sich der Auftrieb schrittweise verringern lässt. Schwimmflügel und Schwimmreifen hält sie zum Lernen für ungeeignet. Vor dem Ertrinken schützen sie ebenfalls nicht.
Weiterführende Informationen
- Österreichische Schwimmabzeichen (ÖSA) (Österreichisches Jugendrotkreuz)
- Bestimmungen: Die Österreichischen Schwimmerabzeichen und Rettungsschwimmerabzeichen (Erlass des Bundeskanzleramts) (Bundeskanzleramt, veröffentlicht vom Österreichischen Jugendrotkreuz)
- Sicherheitstipp: Mit Kindern Schwimmen lernen (Österreichische Wasserrettung)
- Sicherheitstipp: Sicherer Badespaß mit Kindern (Österreichische Wasserrettung)
- Baderegeln (Österreichische Wasserrettung)
- Junior-Retter (Österreichische Wasserrettung)
- Helferschein (Österreichische Wasserrettung)
- Schwimmkompetenzen in Österreich weiterhin defizitär (Schwimmstudie 2025) (Kuratorium für Verkehrssicherheit)
- Pro Jahr ertrinken rund 42 Menschen in Österreich (Kuratorium für Verkehrssicherheit)
- Gefahr für Kinder: ungesicherte Pools im Garten (Kuratorium für Verkehrssicherheit)
- Schwimmen: Sicherer Spaß im Wasser (Gesundheitsportal Österreich)
- Erste Hilfe bei Ertrinken (Gesundheitsportal Österreich)
- Lehrpläne der Volksschule und der Sonderschulen, geltende Fassung (Rechtsinformationssystem des Bundes)
- Schwimmkurse für Kinder und Jugendliche: Termine und Anmeldung (Stadt Wien, Bäder)
- Kursbedingungen: Schwimmkurse für Kinder und Jugendliche (Stadt Wien, Bäder)
- Kinder-Schwimmkurse im Herbst/Winter 2026 (Stadt Wien, Sport Wien)
- Wasserspaß: Eltern-Kind-Wassergewöhnungskurse (Stadt Wien, Bäder)
- Babyschwimmen und Kinderschwimmkurse von Vereinen und privaten Anbieter*innen (Stadt Wien)
- NÖ Schwimm Kids: Projektinfos und Anmeldung (SPORTLAND Niederösterreich, NÖ Landesverband im Schwimmen)
- NÖ Schwimm Kids: Anmeldung für Herbst- und Winterkurse (Land Niederösterreich)
- Tiroler Schulsportservice: Tiroler Schwimminitiative (Land Tirol)
- Schwimmkurse für Kinder im Auftrag der Stadt Linz (LINZ AG Bäder)
