4 Min. Lesezeit

Sommerferiencamps & Ferienbetreuung: Planung & Auswahl

Neun Wochen Sommerferien erfordern für berufstätige Eltern eine gute Betreuungsplanung. Von geförderten städtischen Programmen über Segeln an der Alten Donau bis hin zu Robotik-Workshops: Die besten Feriencamps in Wien im Überblick.

Gruppe von Kindern und Betreuerinnen auf einer Wiese in einem sonnigen Park
Foto: Aleksandar Andreev. Lizenz: Pexels-Lizenz. Quelle

Das Wichtigste in Kürze

  • -Die Summer City Camps der Stadt Wien kosten 80 Euro pro Kind und Woche inklusive Mittagessen und Jause; das zweite und dritte Kind zahlen 30 Euro, ab dem vierten ist es frei.
  • -Angemeldet wird in zwei Phasen, 2026 ab 19. März und ab 9. April, und zwar bis spätestens 11. Juni.
  • -Camps gibt es nach Schwerpunkt: Sport, Technik, Kunst und Segeln, jeweils mit Altersgrenzen und eigenen Anmeldewegen.
  • -Für Familien mit kleinem Budget gibt es geförderte Urlaube und ermäßigte Plätze über die Kinderfreunde und die Wiener Jugenderholung; in Grundversorgung und Sozialhilfe ist die Teilnahme kostenlos.

Auf einen Blick: Betreuungsangebote in Wien

Summer City Camps

Günstige, geförderte Betreuung der Stadt Wien für Schulkinder mit abwechslungsreichem Freizeitprogramm.

Sport & Outdoor

Von Segeln an der Alten Donau über Padel-Tennis auf der Marswiese bis hin zum Allround-Sportcamp.

Kreativ & Technik

Roboter-Programmierung mit LEGO & Python oder Upcycling-Kunst im Makerspace Baumgasse.

Summer City Camps der Stadt Wien

Die von der Stadt Wien geförderten Summer City Camps bieten eine leistbare und hochwertige Ferienbetreuung an zahlreichen Schulstandorten in ganz Wien. Neben Ausflügen und Sport steht auch Lernförderung auf dem Programm.

Informationen & Anmeldung

Detaillierte Informationen zu den Terminen, Standorten und der Buchung von Restplätzen finden Sie direkt beim offiziellen Portal:

Ferien in Wien - Summer City Camps Portal

Spannende Feriencamps nach Kategorien

Kunst & Handwerk

Makerspace Baumgasse

In der Upcycling- und Kunstwerkstatt tüfteln Kinder an eigenen Projekten. Für jüngere Kinder (5-9 Jahre) eignet sich die Offene Werkstatt perfekt.

Ort: Baumgasse, Wien
Info: Makerspace Wien
Sport & Abenteuer

Marswiese Sportcamps

Paradies für aktive Kids von 5 bis 13 Jahren: Von Leichtathletik und Padel-Tennis über Parkour bis hin zu Wildnis-Erkundung.

Ort: Marswiese, 1170 Wien
Info: marswiese.at
Technik & Coding

RoboManiac Sommercamps

Erstes Programmieren mit Python, LEGO WeDo und kreativem Minecraft-Coding für Kinder von 6 bis 16 Jahren.

Ort: Verschiedene Standorte in Wien
Info: robomaniac.at
Kreativ & Sportlich

Kinderfreunde & Team Activities

Sommerakademien der Kinderfreunde Wien von Textildesign bis Robotik sowie spezielle Tanz- & Tennis-Camps von Team Activities.

Kinderfreunde: kinderfreunde.at
Team Activities: teamactivities.at
Wassersport

Segelschule Hofbauer

Segelkurse für Kinder und Jugendliche (6-16 Jahre) an der Alten Donau inklusive Kinder-Segelschein.

Ort: Alte Donau, Wien
Info: hofbauer.at
Kostenlos & Öffentlich

Wiener Parkbetreuung

Kostenloses Betreuungs- und Sportprogramm in mehr als 160 Wiener Parks für Kinder ab 6 Jahren ohne Voranmeldung.

Summer City Camps: Zahlen, Fristen und Bedingungen

Die Summer City Camps sind das geförderte Ferienangebot der Stadt Wien und mit Abstand das größte: 2026 standen von 6. Juli bis 4. September an 34 Standorten rund 33.000 Plätze zur Verfügung. Der Kostenbeitrag liegt bei 80 Euro pro Kind und Betreuungswoche, und darin sind Mittagessen und eine gesunde Jause enthalten. Damit ist das Angebot deutlich billiger als private Camps, die pro Woche oft das Drei- bis Fünffache kosten.

Teilnehmen können Kinder und Jugendliche von 6 bis 12 Jahren; Kinder mit erhöhtem Betreuungsbedarf in Kleingruppen bis 14 Jahren. Voraussetzung ist der Hauptwohnsitz in Wien, der Besuch einer Wiener Schule und dass die Betreuung nicht schon über einen Hort oder einen Campusstandort der Kindergärten sichergestellt ist.

Angemeldet wird in zwei Phasen, und die Reihenfolge ist entscheidend. 2026 startete die erste Buchungsphase am 19. März, und zwar für Kinder mit erhöhtem Betreuungsbedarf, die Inklusivbetreuung bis 12 Jahre oder Kleingruppenbetreuung bis 14 Jahre brauchen; diese Anmeldung ging ohne Buchungscode. Am 9. April öffnete die zweite Phase für alle Kinder von 6 bis 12 Jahren.

Für Familien mit mehreren Kindern sinkt der Beitrag deutlich: Das zweite und dritte Kind kostet 30 Euro pro Woche, ab dem vierten Kind ist die Teilnahme frei. Für Kinder in der Grundversorgung oder in der Sozialhilfe beziehungsweise Mindestsicherung ist sie ebenfalls kostenlos. Angemeldet werden kann bis 11. Juni; danach ist die Buchung geschlossen, auch wenn noch Plätze frei sind.

Praktisch heißt das: Wer erst im Mai an die Sommerferien denkt, findet die beliebten Standorte belegt. Die Termine werden im Frühjahr über die Schulen und über die Presseinformationen der Stadt bekannt gegeben; wer sich den Buchungsstart im Kalender einträgt, hat die freie Wahl. Eine Service-Line beantwortet Fragen unter (01) 524 25 09 46, montags bis donnerstags von 9 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr, freitags von 9 bis 14 Uhr.

Was es neben den städtischen Camps gibt

Die Wiener Kinderfreunde betreiben eigene Ferienangebote und vermitteln geförderte Plätze; die Regionalstellen entscheiden über Ermäßigungen nach Einkommen. Der Verein Wiener Jugenderholung bietet geförderte Sommerurlaube in Österreich für Kinder aus Wiener Familien an, also mehrtägige Aufenthalte mit Übernachtung, nicht nur Tagesbetreuung.

Sportvereine und Bezirkssportanlagen veranstalten Sportwochen, die oft kurzfristiger buchbar sind als die großen Programme. Technik- und Makerspace-Angebote richten sich an Kinder ab etwa acht Jahren und sind in der Regel kleiner und teurer, dafür mit engerer Betreuung.

Segeln an der Alten Donau ist der Klassiker für Kinder ab etwa zehn Jahren und die Woche, von der Kinder danach am meisten erzählen. Die Kurse sind früh ausgebucht, weil die Zahl der Boote begrenzt ist und nicht beliebig wachsen kann.

Camps in den Nationalparks

Die österreichischen Nationalparks führen eigene Ferienlager, und sie sind eine andere Sache als ein städtisches Camp: Die Kinder sind fünf oder sechs Tage am Stück draußen, übernachten vor Ort und werden von ausgebildeten Rangerinnen und Rangern begleitet. Das eignet sich nicht als Betreuungslösung für eine Arbeitswoche, sondern ist ein Urlaub ohne Eltern, meist ab acht oder neun Jahren.

Im Nationalpark Hohe Tauern heißt das Angebot Wildniscamp: fünf Tage und vier Nächte für 320 Euro, alles eingerechnet ab dem Parkplatz Hopffeldboden. Es gibt jeden Sommer mehrere Durchgänge, getrennt nach 9 bis 11 und 12 bis 14 Jahren, mit höchstens zwanzig Teilnehmenden. Der Nationalpark Thayatal nimmt für seine Wilden Ferien 440 Euro, sechs Tage im Wildkatzen-Camp, für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren.

Der Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel führt ein Sommer Ranger Camp für 7- bis 12-Jährige, das anders funktioniert: Es läuft von Montag bis Freitag jeweils tagsüber, die Kinder schlafen zu Hause. Wichtig ist hier das Datum der Anmeldung, nicht das des Camps. Gebucht wird online ab dem 26. Jänner um 5 Uhr früh, und die vier Durchgänge sind schnell voll.

Für alle drei gilt dasselbe Muster: Die Termine stehen im Winter fest, die Plätze sind im Frühjahr vergeben, und wer im Juni sucht, findet eine Warteliste. Wer ein solches Camp ins Auge fasst, trägt sich den Anmeldebeginn in den Kalender ein, nicht die Ferienwoche.

Praxis-Tipp für Eltern

Die Preise sind die der Saison 2026 und dienen der Orientierung für 2027. Erfahrungsgemäß ändern sich die Beträge wenig, die Anmeldetermine dagegen jedes Jahr.

Neun Wochen planen, ohne den Urlaub zu verbrauchen

Die Sommerferien dauern in Österreich neun Wochen, der gesetzliche Urlaubsanspruch fünf. Diese Lücke ist das eigentliche Problem, und sie lässt sich nicht mit einem einzigen Angebot füllen. Was funktioniert, ist eine Mischung: zwei Wochen Familienurlaub, zwei bis drei Wochen Camps, eine Woche bei den Großeltern, eine Woche geteilt mit einer befreundeten Familie.

Planen Sie von hinten: Die letzte Ferienwoche ist die, in der die meisten Eltern zurück im Büro sind und die wenigsten Angebote laufen. Wer sie zuerst absichert, hat den Rest leichter. Umgekehrt ist die erste Woche nach Schulschluss fast überall gut abgedeckt.

Sprechen Sie mit anderen Eltern aus der Klasse, bevor die Anmeldungen starten. Zwei Familien, die sich eine Woche teilen, sparen beide eine Urlaubswoche, und für die Kinder ist ein bekanntes Gesicht im Camp mehr wert als das Programm.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie früh muss man ein Sommercamp buchen?

Früh, bei beliebten Angeboten in Wien oft im Frühjahr. Städtische und geförderte Programme haben feste Anmeldezeiträume, die bekannt gegeben werden; wer sie versäumt, findet meist nur noch teurere Plätze. Notieren Sie sich den Anmeldestart, nicht den Ferienbeginn.

Was kostet ein Ferienangebot und gibt es Förderungen?

Die Spanne ist groß, von kostengünstigen städtischen Camps bis zu privaten Wochenangeboten. Förderungen gibt es über Gemeinde, Land und teils über Arbeitgeber oder Krankenkassen, häufig einkommensabhängig. Fragen Sie ausdrücklich nach, viele Zuschüsse werden nur auf Antrag gewährt.

Ab welchem Alter sind Camps mit Übernachtung sinnvoll?

Das hängt vom Kind ab, nicht vom Kalender. Brauchbare Zeichen sind: Es hat schon woanders übernachtet, es kann sich selbst anziehen und waschen, und es möchte hin. Ein Kind, das nur fährt, weil die Eltern Betreuung brauchen, hat meist eine schwere Woche.

Worauf achten bei der Auswahl?

Betreuungsschlüssel, Qualifikation der Betreuenden, Tagesablauf, Umgang mit Heimweh und Erreichbarkeit. Fragen Sie, wie bei Krankheit verfahren wird und wer Medikamente gibt. Ein Anbieter, der diese Fragen klar beantwortet, ist meist der richtige.

Was hilft gegen Heimweh?

Ein vertrauter Gegenstand, eine klare Absprache über Telefonkontakt und keine Abholzusage für den ersten Abend. Heimweh kommt meist am zweiten Tag und geht am dritten. Wer vorher verspricht, bei Traurigkeit sofort zu holen, macht es dem Kind schwerer, nicht leichter.

Für welches Alter sind die Summer City Camps?

Für Kinder und Jugendliche von 6 bis 12 Jahren; Kinder mit erhöhtem Betreuungsbedarf in Kleingruppen bis 14 Jahren. Voraussetzung sind Hauptwohnsitz in Wien und der Besuch einer Wiener Schule.

Wann muss ich anmelden?

Im Frühjahr, in zwei Phasen. 2026 öffnete die erste Phase am 19. März für Kinder mit erhöhtem Betreuungsbedarf und die zweite am 9. April für alle übrigen. Wer im Mai anfragt, findet die beliebten Standorte belegt.

Was kosten die Summer City Camps?

80 Euro pro Kind und Betreuungswoche inklusive Mittagessen und Jause. Das zweite und dritte Kind kosten 30 Euro pro Woche, ab dem vierten Kind ist die Teilnahme frei; für Kinder in der Grundversorgung oder Sozialhilfe ebenfalls (Stand 2026).

Weiterführende Informationen