Ernährung & Gesundheit

Welche Getränke sind für Kleinkinder (nicht) geeignet?

Wasser ist der ideale Durstlöscher – doch wie viel Flüssigkeit braucht ein Kleinkind täglich und was ist mit verdünnten Säften oder Süßungsmitteln? Ein Leitfaden für Eltern.

Symbolbild für richtiges-trinken-fuer-kleinkinder

Sobald das Baby aus dem Beikost-Alter herauswächst und immer aktiver wird, stellt sich für viele Eltern die Frage: "Trinkt mein Kind eigentlich genug? Und vor allem: Trinkt es das Richtige?"

Die Regale in den Supermärkten sind voll von speziellen "Kindergetränken" in bunten Plastikflaschen, die uns einreden wollen, sie seien extrem gesund. Wir klären für euch auf, wie viel Flüssigkeit kleine Wirbelwinde wirklich brauchen, warum Apfelsaft-Schorlen oft überschätzt werden und was es mit Stevia auf sich hat.

1. Der Goldstandard: Wasser pur!

Machen wir es kurz und schmerzlos: Wasser ist und bleibt der absolut beste Durstlöscher. Egal ob frisch aus der (in Österreich exzellenten!) Leitung oder als stilles Mineralwasser. Auch ungesüßte Früchtetees (lasst sie am besten auskühlen, dann schmecken sie wie Eistee) sind super.

Wichtig zu wissen: Milch ist übrigens kein Getränk! Auch wenn wir sie aus Gläsern trinken, zählt Milch wegen ihres hohen Eiweiß- und Fettgehalts zu den echten Lebensmitteln. Ein Glas Milch zum Frühstück ist also eher eine Mahlzeit als ein Durstlöscher.

2. Wie viel sollte mein Kind am Tag trinken?

Gerade wenn Kinder wild auf dem Spielplatz herumtoben, vergessen sie oft völlig aufs Trinken. Hier sind ein paar grobe Richtwerte für euch (Achtung: Bei Fieber oder Hitze brauchen sie natürlich deutlich mehr!):

So viel Flüssigkeit pro Tag:

  • 1 bis 3 Jahre: ca. 820 ml bis 850 ml
  • 4 bis 6 Jahre: ca. 940 ml bis 1 Liter

Der beste Trick für den Alltag: Macht keine Wissenschaft daraus. Wenn ihr eurem Kind zu jeder Mahlzeit und auch mal zwischendurch ein Glas Wasser (ca. 150 ml) anbietet, kommt ihr am Ende des Tages ganz entspannt auf die benötigten sechs Portionen.

3. Vorsicht Zuckerfalle: Säfte und Eistee

Limonaden, Eistees und Energydrinks haben im Kinderglas absolut nichts verloren – sie sind reine Zuckerbomben, die Karies und Übergewicht fördern. Aber wie sieht es mit Saft aus?

Die berühmte Apfelschorle: Viele Eltern mischen Saft mit Wasser (meist 1 Teil Saft auf 3 Teile Wasser). Das ist mal in Ordnung, aber bitte macht es nicht zum Standard-Getränk! Auch 100 % Fruchtsaft enthält unfassbar viel natürlichen Fruchtzucker. Mehr als 120 ml reiner Saft pro Tag sollten es nicht sein. Seht die Saftschorle lieber als kleine, süße Besonderheit am Wochenende an, nicht als das Wasser, das ständig im Kinderzimmer steht.

4. Warum Stevia & Süßstoffe keine Lösung sind

"Dann kaufe ich eben Getränke mit Stevia oder künstlichen Süßstoffen, die haben null Kalorien!" – Bitte nicht!

Solche "Kindergetränke" aus dem Supermarkt sind tückisch. Künstliche Süßstoffe sind oft extrem intensiv. Wenn euer Kind sich an diese künstliche Übersüße gewöhnt, schmeckt ihm plötzlich ein normaler, natürlicher Apfel gar nicht mehr, weil er "nicht süß genug" ist. Euer Kind lernt so nie, den Drang nach Zucker zu regulieren. Außerdem können viele Süßstoffe bei kleinen Bäuchen abführend wirken und die wichtige Darmflora durcheinanderbringen.

5. Wasser-Trinken zur Gewohnheit machen

Fangt ganz früh an: Bietet direkt ab dem ersten Brei ein Schlückchen Wasser aus dem Becher an. So wird es zur normalsten Sache der Welt.

Mein Kind weigert sich, Wasser zu trinken! Was tun?
Wenn euer Kind bisher nur Säfte gewöhnt ist, wird es bei einem plötzlichen Entzug protestieren. Geht es sanft an: Verdünnt den Saft jede Woche ein ganz kleines bisschen mehr mit Wasser. Das Kind gewöhnt sich schleichend an den weniger süßen Geschmack, bis ihr nach ein paar Wochen fast bei reinem Wasser angekommen seid! Ein paar Beeren oder eine Scheibe Zitrone im Wasserkrug sehen zudem super spannend aus.